Album Review: Solace. – I’ll Be Fine

Melodic Hardcore ist ein Genre, welches mir persönlich ja sehr am Herzen liegt. Als traurig gestimmtes Subgenre des Hardcores ist es nicht gerade eines, welches mit einer Überdimension an Bands aufwartet, sich aber trotzdem facettenreich zeigt und mit vielen exzellenten Acts zu begeistern weiss. Um so mehr freut es mich, dass mit Solace. eine weitere Schweizer Band nun ein Album veröffentlicht, welches so emotional ist wie ein gutes Melodic Hardcore Album nur sein soll.

Solace. (mit einem Punkt!) ist vielleicht mehr Leuten ein Begriff, als man meinen würde. Denn bis Anfang Jahr waren sie noch unter dem Namen “From Mountains To Stars” unterwegs. Der neue Name – auf deutsch ‘Trost’ – passt auf jeden Fall sehr gut zu ihrem Deüutalbum, welches unter dem Namen “i’ll be fine” veröffentlicht wird. In nicht ganz einer halben Stunde vermitteln neun Songs wie es ist, wenn eben doch nicht alles in Ordnung ist.

Bereits beim ersten Track merkt man, dass hinter dem Albumtitel mehr steckt als Friede, Freude, Eierkuchen. Die Grundstimmung in den Gitarrenmelodien ist eher traurig, doch es scheint irgendwo ein Hoffnungsschimmer vorhanden zu sein. Dies ist auch der rote Faden, welcher sich durch das ganze Album hindurch zieht. Sänger Sevi Horn singt von Verzweiflung, von Minderwertigkeitsgefühlen und von Angst und packt dies so mit einer solchen Emotion in die Songs, dass man merkt, das ist nicht einfach nur so daher gesagt. Sätze wie I’m drowning in myself tonight, I’m not okay, I’m not alright” oder “The hardest lesson to learn is to accept who I am” zeigen deutlich, um was es bei diesem Album geht und es würde den Hörer/die Hörerin beinahe runterziehen, wenn nicht doch noch der hoffnungsvolle Trotz zum Vorschein käme: “This won’t be everything, this won’t be how it ends.” Diese Gegenwehr gegen die eigenen Dämonen ist nicht nur textlich, sondern auch in der Musik spürbar und lässt mich durch das ganze Album hinweg mitfiebern. Kann es sein, dass Touché Amoré hier einen Einfluss hatten?
Einen Punkt, welchen ich besonders hervorheben möchte, ist die Textzeile Don’t count on me, just leave me here alone, I’ll be fine” aus dem ersten Song, welche beim letzten Track (dem Titelsong der Scheibe) wieder aufgegriffen wird. Die Zeile “I’m hopeless” wird aber dann bewusst weggelassen. Eine Kleinigkeit, die mich einfach entzückt.

Mit der ersten Single “grey” geben Solace einen deutlichen Einblick wie das Album sein wird.

“i’ll be fine” ist ein gelungengens Erstlingswerk, welches mit interessantem Songwriting, emotionalem Gesang und stimmiger Produktion überzeugt. Luft nach oben ist noch vorhanden und das ist auch gut so. Das Album hat Ecken und Kanten und lässt Weiterentwicklungsmöglichkeiten offen, welche mich gespannt auf die Zukunft dieser Band machen. Ich freu mich auf alles was von Solace. noch kommen wird.
Favorite Tracks: “grey”, “dead roses”,  “i’ll be fine”

 

Solace. – i’ll be fine
VÖ: 24.04.2020

Tracklist
1. don’t count on me
2. grey
3. hurt me
4. black birds
5. &
6. dead roses
7. abyss
8. buried in oblivion
9. i’ll be fine