Simon sagt Ade Rawk

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Liebe Leser*innen

Es ist schon speziell, der Blick auf die Bühne, auf das Youtube-Video, halt der Blick auf die Stars. Als hätte es jeder von denen alleine geschafft, berühmt zu werden. Aber welche Personen alle im Hintergrund wirken, geht oft vergessen. Viel Aufmerksamkeit, welche Musiker*innen zukommt, liegt auf den Schultern von Veranstaltern, Labels, Sound- und Lichttechniker*innen, Locations und eben auch Musikjournalisten und Musikjournalistinnen. Und nur ein kleiner Teil der Menschen, die solche Jobs ausüben, werden auch effektiv dafür bezahlt.

Es ist auch nicht schlimm, dass nicht alle einen Lohn erhalten (das kriegen Musiker*innen ja auch praktisch nicht mehr). Aber Aufmerksamkeit, Dank und Achtung ist immer angebracht. Denn alle Musiker*innen wollen auftreten, auf einer Bühne stehen, wollen, dass man Klicks und Streams hat auf der neuen Platte. Und dazu sind eben diese Personen im Hintergrund wichtig. Die Personen, die mit dem Bier im Publikum stehen, gemütlich zum Sound wippen und am nächsten Tag darüber schreiben. Die Personen, die den Freunden einen Song einer lokalen Band schicken und eine Band an eine Hausparty einladen. Es beginnt ja, wie praktisch alles, im Kleinen. Es braucht einfach Menschen und Projekte, die sich für die Musikszene einsetzen.

Rawk war ein solches Projekt, das für die Musiker*innen in der Schweiz eingestanden ist. Rund 20 Menschen, die sich auf dieser Plattform für das grössere Ganze der Schweizer Musikszene eingesetzt haben. Dabei sind wir für diese Szene an Konzertabenden abgestürzt und haben neue Tracks rauf und runter gehört, bis wir einen lesbaren Text darüber schreiben konnten.

Nun geht die Ära Rawk zu Ende. Und neben der Freude, dass zumindest einer von sechs Mail-Accounts aus meinem Mailprogramm verschwindet, bleibt doch auch Wehmut. Ab und zu 2-3 Stunden vor einem offenen Wordfile sich Gedanken zur Musik zu machen, ist wie meditieren. Ich blicke zurück und bin stolz auf meine Metapher, die ich für das Schubsen-Review verwendet habe. “Dabei konnte man auf den apathischen Blick des Bassisten zählen, während der Sänger wirre, deutsche Texte ins Mikrofon brüllte und dazu Tanzeinlagen bot, die sich irgendwo zwischen Eurythmie und Herointurky bewegten.Diese Zeilen führten zur Freundschaft zwischen Schubsen und mir. Stolz bin ich auch, dass sich ein Liebespaar aufgrund von einem Rawk-Interview, welches ich geschrieben habe, gefunden hat <3. Irgendwie geil, was so ein Musikmagazin doch alles bewirken kann.

Nun gibt’s mehr Fokus auf die anderen Projekte, die ich rund um die Musikszene betreibe. Einerseits eine jährliche Konzertreihe auf dem Bauernhof Rotenbirben, die ich organisiere und andererseits natürlich meiner Band «French Fries».

Goodbye liebe Leser und Leserinnen. Goodbye liebes Rawk -Team. War schön für und mit euch zu schreiben 🙂