Sólstafir, Mono und The Ocean In der Zürcher Härterei

Man nehme einen viel zu langen Schultag und das Wissen, dass am Abend ein geniales Billing in die Zürcher Härterei kommt. Hört sich frustrierend an, ist es auch. Dementsprechende Erleichterung kam auf, als ich dann endlich vor den heiligen Hallen der Härterei stand, wo im Anschluss Sólstafir, Mono und The Ocean spielen sollten.

Pünktlich um 19:30 Uhr gingen die Lichter aus und mein persönlicher Favorit des Abends stand auf der Bühne. Was The Ocean da ablieferten ist mit Worten schwer zu beschreiben. Eine brachiale und ebenso sphärische Reise die startet mit “Rhyacian” vom Album Precambrian, wird weitergeführt mit zwei Songs der aktuellen Scheibe Pelagial und abgeschlossen mit dem neuen Song “The Quiet Observer”. Der Prog-Metal-Siebner schafft es, diese sphärischen und brachialen Parts so gut zu verschmelzen, dass die Songs trotz ihrer Länge immer spannend bleiben. Nach viel zu kurzen 45 Minuten war aber leider schon Schluss. Von mir aus hätten sie gerne noch länger spielen dürfen.

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Eine kurze Umbaupause später waren Mono aus Japan dran. Die Instrumental-Prog-Rocker wirkten sehr professionell, wenn auch die beiden sitzenden Gitarristen etwas irritierten. Der überwiegend aus Klangwänden bestehende Sound wurde mir aber mit der Zeit zu einförmig. Passt perfekt zu einem verregneten Sonntagmorgen, aber nach der Wucht von The Ocean wirkte Mono fast ein bisschen zu lasch.

Nach einer längeren Umbaupause wurden Sólstafir mit grossem Applaus begrüsst. Die vier Isländer starteten ihr Set mit “Dagmál” vom aktuellen AlbumÓtta” und die vielen Fans starteten kollektives Kopfnicken. Der Depro-Post-Metal kam bei den Fans sehr gut an, auch wenns für mich ebenfalls eher lasch wirkte. Man merkte, dass die Band langsam Erfolg hat. Für mich kam die Musik mit viel weniger Herzblut daher, als beim letzten Konzert, dass ich von den Isländern gesehen habe, deshalb war ich nicht sehr traurig als ich noch während ihres Sets auf den Zug musste.

Ein gelungener Abend in der Zürcher Härterei der mit The Ocean schon ein frühes Highlight verzeichnete, welches Mono und Sólstafir leider keineswegs toppen konnten.