Ein Abend im Kiff mit The Sorrow, Scream Your Name, Silent Circus und Final Story

Am Samstag, 14. November fanden wir den Weg ins Kiff in Aarau. Auf dem Programm standen Final Story, Silent Circus, Scream Your Name sowie The Sorrow. Ein tolles Line-Up, wenn man melodiösen Post-Hardcore, respektive Metal mag.

Pünktlich um 20 Uhr betraten die jungen Burschen von Final Story die Bühne. Die Lokalmatadoren haben vor Kurzem bekanntgegeben, dass sie für die Veröffentlichung ihrer neuen Platte „Carpathia“ beim Deutschen Label Redfield Digital unter Vertrag sind. Das neue Werk soll ab dem 4. Dezember digital erhältlich sein. Zugegeben, ich weiss nicht, welche Songs von der EP oder vom neuen Album gespielt wurden, aber das ist auch egal, denn gefallen hat es mir trotzdem. Die klare Stimme von Sänger Mathias ist eine Wohltat bei den cleanen Passagen, die Breakdowns stimmen und mir gefällt die Kombination von Growls mit trancigen, melodiösen Abschnitten. Saubere 30 Minuten Bühnenpräsenz.

Nach einer kurzen Umbauphase ging der schwarze Vorhang wieder auf und Silent Circus starteten ihr Set. Ich mag den Vorhang im Kiff, es gibt den Bands und Stagehands eine gewisse Privatsphäre und vermittelt gegen Seite des Zuschauerparketts eine schöne Eleganz. Silent Circus haben ihr Outfit passend zum Bandnamen ausgesucht: Schwarze, kurzärmlige Zirkusdirektorjackets mit hübschen, goldenen oder silbernen Knöpfen – das Licht im Kiff lässt hier nur eine Vermutung der Farbe zu. Schick hat das ausgeschaut und passend zur Musik, die zwischen Metal und Post-Hardcore changiert und dabei einen Gothic-Schimmer nicht loswird. Die Neuenhofer lieferten eine solide und sympathische Show ab. Das neue Album wäre ja hier bereits im Kasten, man darf also gespannt sein, wann und unter wem das gute Stück schlussendlich erscheinen wird.

Als dritte Band an diesem Abend traten Scream Your Name aus Burgdorf auf die Bühne. Nach den zwei ersten Bands mit unglaublich starken Lead Sängern war ich gespannt, wie sich Stefans Stimme wohl schlagen würde. Das Kiff war schon den ganzen Abend lang anständig gefüllt und die Stimmung im Publikum mehrheitlich ausgelassen und friedlich. Scream Your Name hauten uns Songs ihrer aktuellen Platte “Face To Face” sowie ein paar Klassiker ihrer Debut-Scheibe um die Ohren. Das Publikum machte nach Aufforderung von Stefan fleissig mit, eine Wall of Death zu bilden, reichten den mit Spiritus gefüllten Kanister fleissig herum und erfreuten sich an den Wunderkerzen beim Song „Blue House“. Aber liebe Leute, das Timing mit diesen Kerzen üben wir dann noch einmal, gell. Auch hier ein gelungener Auftritt mit überzeugender Stimme von Joun.

Die Beine waren schon etwas schwer vom langen Stehen – Frau ist ja nicht mehr zwanzig – als der Hauptact des Abends, The Sorrow, hinter dem schwarzen Vorhang hervortrat. Nach zwei Jahren Bühnenpause ist die Vorarlberger Post-Hardcore Band erst seit Ende Oktober wieder am Touren. Schon vor zehn Jahren hat sich die Band im österreichischen „Kanton Übrig“ gegründet. Die Shouts von Sänger Mathias Schlegel kommen im Kiff aber genau so impulsiv wie auf der ersten Platte. Klar: Irgendwie hat man das Gefühl, dass da jetzt junge Familienväter auf der Bühne stehen, die auch gar nicht mehr so richtig böse sein, sondern einfach ihren soliden melodischen Metalcore zwischen Killswitch Engage und In Flames runtershreddern wollen. Leider geht vor allem die Lead-Gitarre unter im Getöse der Drums und dem fetten Bass – dafür drückt die Musik auch von der Bühne runter ins Publikum. Da hier die wohl metalligste Band des Abends den Abschluss macht, dürfen auch noch die Headbanger im Publikum ran.

kiffaarau