Dritte Runde – so war es am Openair St. Gallen

Es geht in die dritte Festival-Runde. Openair St. Gallen! Selbst für mich, als geflohene Ostschweizerin, immer wieder ein Grund, der Gallusstadt einen Besuch abzustatten. Vier Tage Spektakel, Bier und Menschen, die du möglicherweise schon seit Jahren nicht mehr gesehen hast und wenn du ehrlich bist, auch nicht sicher bist, ob du sie sehen willst. Ideale Voraussetzungen.

Musikalisch freute ich mich auf so Einiges. Das Line-Up wirkt eigentlich soweit recht ansprechend und hat auch für jeden was dabei, ist aber viel hip-hopiger und elektronischer als in den Vorjahren. Bei der Riesenauswahl beschränke ich mich auf meine drei absoluten Favourites und erzähl euch ein bisschen, was da so abgegangen ist.

Deichkind-Auftritte sind “Krawall und Remmidemmi”. Punkt. Da spielt dann auch die Genre-Diskussion nicht so eine Rolle. Hip-Hop? Elektropunk? Beides – voll egal. Hauptsache Krach. Dachte ich, habe aber prompt falsch gedacht. Keine Pyros mehr, keine Fahnen. Eine skurrile Bühnenshow mit Verkleidung, Tanz und Performance. Fazit: “leider geil”. Und ganz am Schluss, nach eineinhalb Stunden bester Unterhaltung, gibt es dann doch noch “Krawall und Remmidemmi” und ein Gummiboot, das über die Menge schwebt.

Verliebt hab ich mich übrigens auch ein bisschen. Mein neuer secret Crush: Adam Angst. Gepflegt punken sie sich durch ihr im 2015 veröffentlichtes Debutalbum. Schade ist das Zelt nicht ganz voll. Ein bisschen zaghaftes Rumgepoge gibt es, das sich explosionsartig ausweitet, als Felix sich in die Menge begibt und allen einmal die Hände schüttelt. Wirklich toll. Für mich um 15:00 Uhr ein “verschwendeter Act”.

Es geht weiter mit dem Sonntag und schon wieder einem eher wenig erwähnten Genre auf rawk.ch – Deutschrap. Aber Alligatoah ist einfach jedes Mal wieder eine Freude. Gewohnt zynisch sitzt er standesgemäss auf einer goldenen Kuh und nervt uns mit seinen Kommentaren und seiner pubertären Show. Aber genau das macht diesen Künstler aus. Grosses Kino und wir haben ein riesen Gaudi. 

Und dann war es auch schon wieder vorbei. Gut war’s. Bisschen mehr Gitarrenklänge hätte ich mir gewünscht. Was sagt denn jetzt das aus, wenn mir die Hip-Hop Acts am besten gefallen haben? Oh well, bis nächstes Jahr.